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Project Hollow Tree – Wiederbelebung des ländlichen Japans, Teil 2

Project Hollow Tree – Wiederbelebung des ländlichen Japans, Teil 2

Pictures by Jan Gruber & Max de Bever

Am 3. Juli begann das Abenteuer endlich. Mit gepackten Koffern und großer Vorfreude machten wir uns auf den Weg zum Münchner Flughafen. Unsere Reise sollte uns zunächst nach Hongkong, dann nach Seoul führen, bevor wir schließlich in Japan zur Weltausstellung und – am wichtigsten – in das Dorf Hayakawa in der Präfektur Yamanashi ankamen.

Übersicht

Erste Stationen: Hongkong und Seoul

Nach der Landung in Hongkong nach zwei Flügen checkten wir in einem kleinen Hotel im Zentrum der Stadt ein – preiswert, praktisch und ideal, um die Stadt zu erkunden. Vier Tage und Nächte lang tauchten wir in die aufregende Metropole ein: Dim Sum und Nudelshops, versteckte Läden in alten Gebäuden über mehrere Stockwerke verteilt, und klassische Tourismus-Spots wie der Victoria Peak. Wir wagten sogar eine Wanderung auf den Lion Rock. In 35°C Hitze mit wenig Schatten war das schweißtreibend und anstrengend, doch das Panorama über Hongkong war unvergesslich.

Hongkong – Blick vom Lion Rock Country Park Von dort ging es weiter nach Seoul in Südkorea, wo wir einem ähnlichen Rhythmus folgten: lokales Essen, kulturelle Endeckungen und Museumsbesuche. Außerdem hatten wir uns gerade neue Kameras in Hongkong gekauft, sodass wir unsere Tage in Seoul nutzten, um uns mit dem neuen Equipment vertraut zu machen, bevor in Japan die eigentliche Arbeit begann.

Osaka und die Expo

Obwohl wir gerade erst zwei überwältigende Metropolen erlebt hatten, fühlte sich Osaka auf eine bestimmte Weise anders an. Die Stadt hatte etwas Ruhiges, war kompakter, und unsere kleinere Unterkunft zwang uns, effizienter mit unserem Gepäck umzugehen. Einen Tag vor der Expo gönnten wir uns eine Pause vom Stadtleben im Katsuoji-Tempel, berühmt für seine zahllosen Daruma-Figuren. Leichter Regen machte den Besuch ruhig und stimmungsvoll, ein perfekter Reset vor der Herausforderung Expo.

Osaka during the night

Am nächsten Tag betraten wir endlich die Expo Osaka. Durch die Tore zu gehen, fühlte sich an wie bei einem Festival: ein gewaltiger Eingang, Sicherheitskontrollen, lange Schlangen und eine aufgeregte Menge von rund 150.000 Menschen. Unser erster Halt war der Pavillon Kasachstans, wo uns eine Herz-Lungen-Maschine gezeigt wurde, die Herzen außerhalb des Körpers am Schlagen halten kann. Im Laufe des Tages wanderten wir durch zahlreiche Pavillons und sammelten in unseren Expo-Pässen Stempel aus aller Welt.

Hinweis: In Japan sind Stempel an Sehenswürdigkeiten sehr beliebt – dieses Konzept wurde in die Expo integriert. Mit einem kleinen „Expo-Passport“ konnte man Stempel aus den verschiedenen Länderpavillons sammeln.

Ein Highlight war der niederländische Pavillon. Obwohl die Warteschlange in der Mittagshitze über eine Stunde lang war, ließ uns ein freundlicher Sicherheitsmitarbeiter nach Erklärung von Max’ niederländischer Herkunft direkt hinein. Drinnen erlebten wir interaktive Installationen und das stolze Gefühl, eines unserer Heimatländer vertreten zu sehen. Die Abende endeten mit einer spektakulären Show. Eine Wassershow, die eine Symphonie aus Wasser, Licht und Musik war, erinnerte an eine Inszenierung aus einem Disney-Park. Auch für den Rest der Reise durch Japan erinnerten wir uns gerne daran, und hörten immer wieder den Soundtrack „Under the Midnight Rainbow“.

Am zweiten Tag stellten wir unser Projekt an verschiedenen Pavillons vor – ähnlich wie beim niederländischen Pavillon. Das ermöglichte uns viel mehr zu sehen, da uns 8 von 10 Pavillons nach dem Gespräch bevorzugten Zugang gewährten. Am Abend überraschte die Abschlussshow mit einer Drohnenshow über dem Expo-Gelände – atemberaubend und völlig unerwartet.

Blick auf den „Grand Ring“ der Expo

Kyoto an einem Tag

Von Osaka aus machten wir einen kurzen Abstecher nach Kyoto. Viele hatten uns den Besuch empfohlen, doch mitten in der Hochsaison fühlte sich die Stadt überfüllt an. Tempel waren überlaufen, Busse vollgestopft, Straßen voller Touristen. Die Architektur und Geschichte waren zwar beeindruckend, doch die Masse an Besuchern machte es anstrengend. Am Ende des Tages waren wir uns einig: Ein Tag in Kyoto reicht – und wir kehrten zurück, um uns auf das eigentliche Ziel unseres Projekts vorzubereiten: das ländliche Japan.

Kiyomizu-dera Temple, Kyoto

In die Berge: Hayakawa Town

Von Kyoto reisten wir weiter in die südlichen Japanischen Alpen (Minami Alps), mithilfe eines Mietwagens, den wir in Shizuoka abgeholt hatten. Am Abend übernachteten wir in einem Hotel mit unserem ersten Onsen-Erlebnis (natürliche hot springs in Japan). Max, mit den Ritualen noch nicht vertraut, patzte zwar ein wenig bei der Etikette, verließ das Bad aber dennoch erfrischt und entspannt.

Am nächsten Morgen fuhren wir nervös, aber voller Vorfreude, nach Hayakawa, wo unser dreitägiges Programm begann. Im Rathaus wurden wir Takahiro „Taka“ Miyamoto vorgestellt, unserem Guide. Er empfing uns herzlich und erklärte zunächst die Herausforderungen der Landflucht in Hayakawa: Bevölkerungsschwund, alternde Bewohnung und der Kampf, die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten.

Rathaus, Hayakawa

Nach Hayakawa

Der Abschied von Hayakawa war bittersüß. Die drei Tage waren vollgepackt mit Begegnungen, Geschichten und Emotionen – viel intensiver, als wir es uns bei der ersten Projektplanung vorstellen konnten. Besonders schwer fiel uns der Abschied von Taka, denn ohne ihn hätten wir die Verbindungen in Hayakawa nicht knüpfen können, und viele Erfahrungen wären uns verwehrt geblieben.

Doch die Reise ging weiter. Mit unserem Auto erkundeten wir den Mount Fuji, streiften durch die Izu-Halbinsel und stolperten in unerwartete Abenteuer: Schnorcheln an kleinen, versteckten Stränden, das heimliche Durchschlüpfen durch einen Zaun, um unter den eiskalten und wunderschönen Kawazu Sieben Wasserfällen zu schwimmen, oder der Besuch eines surrealen „Museums“ für verfallene Popkultur-Relikte in einem verlassenen botanischen Garten.

Kawazu Sieben Wasserfälle, Kamo-Distrikt (Izu-Halbinsel)

Manche Tage waren ruhig, andere chaotisch – etwa beim ersten (und letzten) Versuch, Pachinko zu spielen, oder in einer Pension, die in unserem Zimmer einen Plattenspieler bereithielt. Doch jeder Tag brachte einzigartige Erfahrungen und Dinge, die wir in Japan nie erwartet hätten.

Küste der Izu-Halbinsel

Das letzte Kapitel: Tokio

Our last stop was Tokyo, where we switched between hostel chaos for three nights and the comfort of a proper hotel for the last couple of nights. The city offered a thousand experiences at once: nightlife, arcades, TeamLabs Planets, quiet ramen bars hidden in basements, and endless shopping streets. Since there was so much for each of us to see, we often split up to chase our individual interests, regrouping for dinner to share what we’d discovered. Yet even with multiple days in Tokyo, we felt like we eventually ran out of time, we barely scratched the surface of what Tokyo has to offer By the end, our bags were filled with gifts, souvenirs, and new equipment. With the extra suitcase and the flexible packing system we’d worked out together with Packing Panic before departure, we managed to pack everything without stress. On the final morning, we zipped our backpacks shut one last time, ready to return home.

Tokio bei Nacht und am Tag

Rückblick

Diese Reise zeigte uns mehr, als wir uns je erhofft hatten. Von den futuristischen Visionen auf der Weltausstellung bis hin zu den geerdeten, widerstandsfähigen Lebensweisen in Hayakawa sahen wir sowohl die Herausforderungen als auch die Möglichkeiten des Landlebens. Diese Erfahrung brachte uns beide dazu, uns für ein Auslandssemester in Japan zu bewerben.

Natürlich lief nicht alles reibungslos: Buchungen platzten, Mount Fuji blieb wegen des Wetters hinter Wolken verborgen, und wir mussten mehr als einmal improvisieren. Doch insgesamt war die Reise unvergesslich – und wir waren dankbar für die Flexibilität, Effizienz und den Komfort, den uns unser Packsystem unterwegs bot.

Neben den großen Eindrücken waren es auch die kleinen, stillen Momente, die uns besonders in Erinnerung blieben: das Eintauchen in die Onsens, das gemeinsame Genießen traditioneller Mahlzeiten oder das Ritual an der großen Zeder von Yushima. Diese Augenblicke erinnerten uns an die minimalistische Seite der japanischen Kultur, in der Einfachheit und Zurückhaltung Raum für Authentizität und Verbundenheit schaffen. Sie zeigten uns, wie das Landleben – oft geprägt von begrenzten Ressourcen – das Wesentliche sichtbar macht. In diesem Sinne erinnerte uns die Reise auch an die Werte von Packing Panic: leicht reisen und sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren.

Noch wichtiger war jedoch, dass wir nicht nur mit Geschichten über Orte zurückkehrten, sondern vor allem mit Geschichten über Menschen: über ihre Herausforderungen, ihre Kreativität, ihren Gemeinschaftssinn und ihre Hoffnungen. Und genau das wird uns am längsten begleiten.

Unser Ziel ist es, all unsere Erkenntnisse, Inspirationen und Reisedetails schließlich in einem Buch und einer digitalen Plattform zu sammeln.

Möchtest Du auf dem Laufenden bleiben und noch mehr von unserer Reise sehen? Dann schau auf unserem Instagram vorbei: @projecthollowtree.