Liebe Reisende: Willkommen zurück bei den Onebagging Updates! Die Implementierung unserer neuen Blog-Umgebung hat uns hier bei Packing Panic in den letzten Monaten schwer beschäftigt, weil wir euch sofort mit unseren neuesten Reise-Stories versorgen und unsere neuen Co-Autor*innen zu Wort kommen lassen wollten. Deshalb gab es jetzt länger kein Update mehr, was wir hiermit nachholen.
Was gibt es also neues in der Onebagging-Welt?
Übersicht
- Osprey Daylite 26+6 erfreut sich großer Beliebtheit
- Stoffe – die Qual der Wahl
- Welche Schuhe wählen Onebagger?
- Die Herausforderung, gleichzeitig auf Dienst- und Freizeitreise zu gehen
- Onebagging als Rollstuhl-Nutzer*in / Mensch mit Behinderung
- Fragen von Onebagging-Anfängern
Osprey Daylite 26+6 erfreut sich großer Beliebtheit
Erst kürzlich haben wir selbst eine umfassende Bewertung des Daylite 26+6 hier veröffentlicht. Der Rucksack ist ein Allrounder, der dich überallhin begleitet: durch deinen Alltag, auf Wochenendausflüge und sogar auf längere Reisen.
Du musst dich hier nicht allein auf unsere eigenen Erfahrungen verlassen, sondern wir haben für dich nachgelesen, wie zahlreiche, teils langjährige Nutzer den Rucksack finden.
Wenn dich die neuesten Meinungen interessieren, dann haben wir hier aktuelle Links für dich: Onebaggerin nutzt den 26+6 zum ersten Mal 14-tägige Europa-Reise mit Packliste Neuntägige Reise durch Europa
Stoffe – die Qual der Wahl
Merino, Hanf, Leinen, Bambus? Was davon ist denn nun das beste? Wie so oft ist die Antwort: Das kommt ganz drauf an. Worauf liegt dein Schwerpunkt? Temperaturausgleich? Geruchsbindung? Wie schnell trocknet der Stoff nach dem Waschen?
Schauen wir uns die Eigenschaften der einzelnen Stoffe mal näher an.
Geruchsbindung
- Merino ist luftdurchlässig und hält Gerüche ab. Das gleiche gilt für Leinen (und Baumwolle), und zwar dann, wenn es so richtig schön knittrig ist.
- Hanf nimmt Gerüche ebenfalls wenig an und bleibt diesbezüglich geruchsneutraler als bspw. Baumwolle, liegt aber hinter Merino-Wolle zurück.
- Ein Ranking wäre hier 1. Merino, 2. Hanf und Leinen, 3. Baumwolle.
Temeraturausgleich und Trocknungseigenschaften
- Merino ist zwar Temperatur ausgleichend, kann aber in sehr heißer und trockener Umgebung zu viel Schweiß binden, was den Kühleffekt außer Kraft setzen kann (offenbar mit Ausnahme von Socken, die bei allen Temperaturen funktionieren). In heißer und feuchter Umgebung funktioniert es offenbar besser. Merino hält bei kaltem Wetter warm, wenn es in Schichten getragen wird.
- Leinen fühlt sich am kühlsten an.
- Bei allen Stoffen funktioniert der Ausgleich am besten, wenn sie möglichst dünn verarbeitet sind und eher locker am Körper liegen. Möglich ist dies mit Merino, Leinen und Bambus.
- Merino und Leinen trocknen nach dem Waschen verhältnismäßig schnell. Bambus und Hanf hingegen trocknen nur langsam. Bei den beiden letzteren ist dann verstärkt darauf zu achten, dass sie sehr dünn verarbeitet sind.
Tragegefühl
- Hanf kann als eher schwer und warm empfunden werden.
- Merino wird zwar zur Erhöhung der Weichheit oft mit Viskose oder Lyocell gemischt, lässt sich aber auch als reine Merino-Wolle (im Vergleich zu anderer Wolle) angenehm tragen.
Sonstiges
- Merino ist zwar eher teuer, hält aber idR lange / ist langlebig und kann lange am Stück getragen werden.
- Merino und Bambus werden häufig mit Viskose gemischt, um Kosten zu senken und das Tragegefühl zu verbessern. Beide fühlen sich dann weicher, leichter und noch etwas kühlender an.
- Kleidung aus Bambus fühlt sich zwar sehr angenehm weich an und ist günstiger als bspw. Merino, muss dazu jedoch hochverarbeitet und stark mit Chemikalien vermischt und behandelt sein und ist deshalb weniger nachhaltig als die anderen erwähnten Stoffe. Seine “natürlich antibakterielle” Wirkung verschwindet sogar oft nach der chemischen Behandlung. Außerdem hält es bei kalten Temperaturen weniger warm.
- Für Merino eignet sich am besten ein Feinwaschmittel, das alle Enzyme (besonders Lipase) außer Protease enthält (das für Wolle schädlich ist).
Es kommt also sehr stark darauf an, wohin du reist, was du dort vorhast und wie z. B. die Wasch- und Trockenmöglichkeiten dort sind.
Welche Schuhe wählen Onebagger
Schuhe sind immer wieder ein großes Thema für Onebagger, weil sie u. U. einfach viel Platz wegnehmen und schwer sind.
Deshalb sehen wir in den einschlägigen Foren immer wieder entsprechende Fragen und Tipps von Onebaggern an die Community. Auch bei diesem Thema ist es hilfreich, dir selbst die richtigen Fragen zu stellen:
- Wo willst du hin?
- Wie viel Stauraum hast du?
- Gibst du Gepäck auf?
- Wie lang willst du bleiben?
- Was hast du dort vor?
Manche Reisende finden schlicht die mittlerweile stark gewachsene Auswahl an reisegeeignetem Schuhwerk überwältigend groß – und gleichzeitig die Spezialisierung unnötig eng. Deshalb tendieren viele Onebagger zu einem Paar “Universalschuhen” (Laufschuhe, Trail-Schuhe), die sie “immer” tragen plus einem Paar, das auf besondere Gelegenheiten ausgerichtet ist – also Sandalen, Flipflops, Ballerinas etc.
Oft passen als “Schuh für alles” eh Schuhe, die schon daheim hast. Oft wirst du merken, dass du viel besser zurecht kommst, als du dachtest.
Weitere Beiträge, die du vielleicht hilfreich findest:
Empfehlungen für neue Schuhe Diskussion über das Packen von Schuhen
Die Herausforderung, gleichzeitig auf Dienst- und Freizeitreise zu gehen
Eine Reddit-Userin reist nach New York und dann weiter nach Zentralasien. Die Reise dauert insgesamt 24 Tage. In New York wird sie ins Büro gehen, in Zentralasien wandern. Eine echte Herausforderung. In ihrem Beitrag teilt sie ihre Packliste.
Eine andere Onebaggerin reist für zwei Wochen nach Thailand, muss anschließend arbeiten und fragt nach Tipps hinsichtlich Taschen und Rucksäcken, in denen sie alles unterbringt. Und nicht vergessen: Outfits für Freizeit und Arbeit sollen in 1,5 Bags passen.
Wie in vielen anderen Beiträgen wird auch ihr davon abgeraten, sicht zu sehr auf Marken und Namen zu konzentrieren sondern vielmehr dazu, Rucksäcke selbst an- und auszuprobieren – am besten gefüllt – und sich Panel und Gurte individuell einstellen zu lassen. Selbst innerhalb einer Marke, ja sogar innerhalb derselben Rucksack-Familie können die Passformen stark variieren.
Vor allem wenn man für die Arbeit öfter oder länger reisen muss, muss man sich automatisch auch damit beschäftigen, was man vor Ort in der Freizeit tut und trägt, will man nicht nur vom Business-Outfit in den Pyjama wechseln. Auch der sonstige Gepäck-Inhalt lässt sich mit der richtigen Ausrüstung wie eine leichte Wasserflasche, ein Beutel für eine feste Seife oder Packwürfel, um Kleidung sortiert und griffbereit zu haben, leicht optimieren und minimieren.
Auch hier sind Schuhe eine besondere Herausforderung.
Wichtige Fragen, die du dir stellen solltest, wenn du für Arbeit und Freizeit gleichzeitig packst:
- Welche Tasche / welcher Rucksack ist sinnvoll?
- Welche Fortbewegungsmittel werde ich verwenden?
- Was muss mit (Thema Friction)?
- Habe ich ein Reiseziel oder sogar mehrere?
- Welche Kompromisse sind möglich?
Onebagging als Rollifahrer*in bzw. Mensch mit Behinderung
Als Rollstuhl-Nutzer*in oder Person, die besondere Hilfsmittel benötigt, bringt das Onebagging noch einmal ganz andere Herausforderungen mit sich. Während man unter Umständen etwas mehr Freigepäck mitnehmen darf, muss man evtl. mehr als nichtbehinderte Person darauf achten, z. B. die Hände frei zu haben oder dass das Gepäck am Rollstuhl befestigt werden kann. Besonders wichtig ist es auch, vorher zu planen, welche Fortbewegungsmittel genutzt werden, welche Medikamente oder sogar besondere Geräte mitgenommen werden müssen.
Auch hierfür bietet der Subreddit r/HerOneBag eine Plattform zum Austausch.
Eine Userin schildert in ihrem Bericht, wie ihre Reise nach Deutschland und Österreich verlaufen ist, wie ihre Packliste aussah, welche Verkehrsmittel sie problemlos genutzt hat und welche Tasche besonders praktisch für die Verwendung mit Rollstuhl war. Der Beitrag macht Mut und ist nicht nur für Rollstuhl-Nutzer*innen interessant.
Diese andere Userin braucht unterwegs unbedingt freie Hände und möchte unbedingt so unabhängig wie möglich bleiben. Eine nicht unerhebliche Anzahl Medikamente und ein Sauerstoffgerät sind hier trotz Onebagging unterzubringen. Die anderen Userinnen sind ideenreich, erfinderisch gar, ermutigend und stehen der Userin mit guten Ratschlägen zur Seite.
Unter den Usern mit z. B. Zerebralparese oder Arthritis besteht wiederum Einigkeit, dass für sie ein Rollkoffer die wesentlich bessere Lösung ist als ein Rucksack.
Fragen von Onebagging-Newbies
Immer mehr Menschen haben Lust auf Onebagging. Deshalb tauchen in Foren immer wieder Beiträge neuer Onebagger auf, die um Hilfe bei ihrer Packliste oder der Auswahl des passenden Rucksacks bitten oder die verunsichert sind, ob sie sich überhaupt Onebagger nennen dürfen.
Ihre Fragen reichen von “Wie seid ihr zu Onebaggern geworden?” bis hin zu “Wenn ich zusätzlich zu meinem 40 Liter-Rucksack eine kleine Bauchtasche mitnehme, werde ich dann von der Onebagging-Polizei verhaftet?”. Die Antworten ähneln sich, und die Community ist in der Regel sehr hilfsbereit und wohlwollend.
Newbies bekommen am häufigsten folgende hilfreiche Hinweise:
- Reduziere auf das Nötigste, aber nicht so sehr, dass du dich unwohl oder unsicher fühlst.
- Frag dich, was du wirklich brauchst im Gegensatz zu dem, was du nur für den Fall der Fälle mitnimmst oder weil irgendwer meint, du bräuchtest es.
- Denk daran, dass du unterwegs auch einfach waschen kannst. Du musst also nicht Unterwäsche und Socken in 14-facher Ausführung dabeihaben.
- So ziemlich alles, was du daheim gelassen hast und dann doch brauchst, kannst du kaufen.
- Besorg dir feste Seife/Shampoo/Deo oder füll sie in kleinere Behältnisse ab.
- Pack Kleidungsstücke, die du gut untereinander kombinieren kannst.
- Layer, layer, layer!
In diesem ersten Beitrag einer Erst-Onebaggerin erzählen alte Häsinnen von ihren ersten Schritten, ihren Erfahrungen, geben Tipps usw. Manche Userinnen haben wirklich extreme Änderungen durchgemacht, was ihre Art und Weise zu packen und zu reisen angeht!
Nicht selten beginnen Neulinge mit dem Onebagging, weil sie die Nase voll haben von hohen Gebühren, langen Wartezeiten oder gar von zerstörtem Gepäck, so wie in diesem Beitrag, dem jemand den guten Rat gibt, für das “Best Case Scenario” zu packen, also für den bestmöglichen statt den schlechtestmöglichen Fall.
Unter dem Subreddit r/onebag gibt es außerdem Wikis für Neulinge und die, die einfach auf dem neuesten Stand bleiben wollen.
Und hier bei uns auf tight.fit haben wir eine interaktive Packliste erstellt, die dir dabei helfen soll, dich beim Packen aufs Wesentliche zu fokussieren und dir einen neuen Ansatz beim Packen aufzuzeigen. Schau dir auch unsere anderen Blog Posts über Packtipps, Reise-Storys und Erfahrungsberichte an über die Ausrüstung, die wir verwenden.






